Werner Lorant war mehr als nur ein Fußballtrainer. Für viele Fans war er ein Original, eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten, eine unvergessliche Figur der deutschen Fußballgeschichte. Doch in den letzten Jahren seines Lebens erlebte er ein stilles, persönliches Ringen: den Umgang mit einer schweren Krankheit, die ihn zurückzog und seine Lebensfreude auf eine harte Probe stellte. Dieser Artikel erzählt nicht nur von Lorants Karriere, sondern auch von seinem menschlichen Weg im Angesicht von Krankheit, Rückzug und Erinnerung.
| Werner Lorant | Geburtsdatum | 21. November 1948 |
|---|---|---|
| Geburtsort | Welver, NRW, Deutschland | |
| Tod | 20. April 2025 | |
| Alter | 76 Jahre | |
| Höhe | 1,72 m | |
| Beruf | Fußballspieler, Trainer | |
| Position | Verteidiger, Mittelfeld | |
| Berühmter Verein | TSV 1860 München | |
| Spielererfolge | UEFA-Cup, DFB-Pokal | |
| Trainererfolge | Bundesliga-Aufstieg, UEFA-Qualifikation | |
| Familienstatus | Verheiratet, 2 Kinder, Partnerin Gitti | |
| Letzter Wohnort | Waging am See, Bayern |
Wer war Werner Lorant?
Werner Lorant wurde am 21. November 1948 in Welver (Nordrhein‑Westfalen) geboren. Er begann seine Karriere als Profifußballer und spielte über viele Jahre auf höchstem Niveau in der deutschen Bundesliga, unter anderem für Vereine wie Borussia Dortmund, Rot‑Weiss Essen, Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und Hannover 96. In seiner aktiven Zeit machte er sich schnell einen Namen als robuster, kämpferischer Spieler, der als Verteidiger und defensiver Mittelfeldspieler agierte.
Seinen größten Erfolg als Spieler feierte Lorant mit Eintracht Frankfurt, als er 1980 mit dem Team den UEFA‑Cup und den DFB‑Pokal gewann – Erfolge, die ihn im deutschen Fußball nachhaltig bekannt machten.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wandte sich Lorant der Trainerlaufbahn zu – und wurde zu einer wahren Legende, vor allem durch seine Zeit beim TSV 1860 München.
Der Aufstieg zur Trainerlegende
Als Lorant 1992 das Traineramt bei TSV 1860 München übernahm, befand sich der Verein in schwierigen Zeiten: Drittklassig, wenig Anerkennung und finanziellen Zwängen gezeichnet. Doch Lorant veränderte die Situation – und zwar nachhaltig.
In nur zwei Jahren führte er die „Löwen“ aus der Bayernliga direkt in die Bundesliga. Unter seiner Leitung spielten sie regelmäßig oben mit und qualifizierten sich sogar für europäische Wettbewerbe – ein Erfolg, der dem Verein und seinen Fans noch lange in Erinnerung blieb. Besonders herausragend war die Saison 1999/2000, als die Mannschaft auf Platz vier der Bundesliga landete und in die Qualifikation für die Champions League einzog.
Lorant war berühmt für seine markigen Sprüche und seine kompromisslose Art zu arbeiten – er scheute keine Auseinandersetzung, war hart im Training und propagierte einen fordernden, aber respektierten Führungsstil. Genau dieser Charakter machte ihn bei vielen Spielern und Fans gleichermaßen beliebt und gleichzeitig respektiert.
Das stille Ringen: Krankheit und Rückzug
Im Frühjahr 2025 nahm das Leben von Werner Lorant eine traurige Wendung: Er verstarb am 20. April 2025 im Alter von 76 Jahren nach einer schweren, längeren Krankheit. Sein Tod wurde vom TSV 1860 München und seiner Familie bestätigt.
Was genau die Krankheit war, wurde von offizieller Seite nicht bis in medizinische Details kommuniziert. Die Berichte beschreiben sie als „schwere Krankheit“ oder „lange Krankheit“, ohne eine spezifische Diagnose öffentlich zu nennen.
Familie und Freunde sagten, dass Lorant in seinen letzten Lebensjahren zunehmend kränker wurde und sich stark aus dem aktiven Leben zurückzog. Er lebte zuletzt als Rentner in Waging am See (Oberbayern), wo er 14 Jahre lang den ruhigen Lebensabschnitt genoss, Spaziergänge mit seinem Hund unternahm und mit Menschen vor Ort über Fußball und Erinnerungen sprach.
Während Freunde, Fans und ehemalige Wegbegleiter seine Leistungen und seine Energie im Fußball immer noch bewunderten, war der private Umgang mit seiner Krankheit von einer stillen, oft persönlichen Seite geprägt – weg vom öffentlichen Rampenlicht, aber sehr real im intimen Rahmen seines Umfelds.
Ein Mensch hinter dem Trainer
Was viele Menschen an Lorant berührte, war nicht nur seine Leidenschaft für Fußball, sondern seine ungeschminkte, ehrliche Art. Er war jemand, der sagte, was er dachte, und liebte den Sport über alles. Sein Leben war geprägt von Disziplin, harter Arbeit und einer Liebe zum Spiel, die ihn zu dem machte, der er war.
In Interviews und Gesprächen erzählte er früher oft von seiner Hoffnung, ein hohes Alter zu erreichen – seine Mutter wurde über 100 Jahre alt, und er selbst zeigte sich voller Wunsch, ebenfalls lange zu leben. Doch das Schicksal führte ihn auf einen anderen Weg, auf ein stilles Ringen mit Krankheit und Abschied.
Am Waginger See traf man ihn oft freundlich und gesprächig, als Mensch, der seinen Ruhestand genoss, Gespräche über alte Erfolge führte und mit offenen Worten über sein Leben sprach. Selbst im Alter blieb er nahbar und bodenständig – Eigenschaften, die seine menschliche Seite noch stärker machten als seine sportliche.
Erinnerungen und Vermächtnis
Der Abschied von Werner Lorant hat in der Fußballwelt große Trauer ausgelöst. Vereine, ehemalige Spieler und Fans würdigten ihn als Trainer, Mentor und inspirierende Persönlichkeit, die den Sport nachhaltig geprägt hat. Seine Ära beim TSV 1860 München bleibt Teil der Vereinsgeschichte – ein Stück Fußball‑Kult, das viele Anhänger nie vergessen werden.
Ex‑Spieler, Kollegen und Fans zeichneten das Bild eines Menschen, der mit Herz und Seele für den Fußball lebte, der Herausforderungen annahm und bei denen, die ihn kannten, einen bleibenden Eindruck hinterließ.
„Ein Original“, wie viele sagten – jemand, der seine Persönlichkeit nicht verstellte, der ehrlich war in seinen Ansichten und leidenschaftlich in dem, was er tat. Seine markigen Sprüche und sein Engagement – sowohl als Spieler als auch als Trainer – werden oft zitiert und bleiben Teil der Erinnerung.
Das leise Ende eines lauten Lebens
Werner Lorants Geschichte zeigt, wie selbst Menschen, die im Rampenlicht stehen, mit den Herausforderungen des Lebens ringend konfrontiert werden können – und zwar auf eine Weise, die nicht immer öffentlich oder laut ist. Sein Ringen mit Krankheit war leise, privat und menschlich. Und genau diese Seite macht ihn nicht nur zu einer Trainerlegende, sondern auch zu einer Figur, von der wir lernen können: Wie man Leidenschaft mit Menschlichkeit verbindet – bis zum Ende.
Sein Leben bleibt ein Beispiel für Mut und Hingabe, auf und neben dem Spielfeld – und die Erinnerung an einen Menschen, der den Fußball liebte und der lange in den Herzen der Menschen weiterleben wird.